Rüde oder Hündin?

Nachdem man sich entschieden hat dass ein Hund einziehen darf, fehlt oft noch die Frage für welches Geschlecht man sich entscheiden soll. Eine Frage, die meiner Meinung nach gar nicht so leicht zu beantworten ist, da jeder Hund ein Individuum ist und seinen eigenen Charakter hat. Jedes Geschlecht hat seine Vor- und Nachteile. Ich werde versuchen hier ein paar Fakten aufzuzählen. Wohlgemerkt ist hier von unkastrierten Hunden die Rede. Ja, auch Hündinnen können Kastriert werden.

Hündinnen werden ca. 2 x pro Jahr Läufig und das ganze dauert ca. 3 Wochen. Während dieser Zeit verlieren sie Blut, manche mehr manche weniger, was einen unwiderstehlichen Reiz auf Rüden ausübt. Hier ist aufpassen angesagt, schon deswegen damit der Storch nicht plötzlich vor der Tür steht. Nicht nur das Sie während der Läufigkeit der Hündin ständig von fremden, paarungswilligen Rüden umschwärmt werden und nachts von Casanova aus dem Bett „geheult“. Es kann auch passieren, dass sich die Hündin in Eigenregie auf den Weg macht, um einige Muse stunden mit dem Auserwählten zu verbringen. Manche Hündinnen werden in dieser Zeit richtig zickig, um nicht zu sagen unausstehlich. Selbst Geschlechtsgenossinnen mit denen man vorher noch gespielt hat werden aggressiv vertrieben. Andere wiederum sind in dieser Zeit total anhänglich und verschmust. Hündinnen wird nachgesagt das sie leichter zu erziehen, anhänglicher und verschmuster wären, und auch nicht so rauflustig.

Doch lieber einen Rüden? Auch hierzu ein paar Fakten.

Man könnte sagen das Rüden das ganze Jahr über „Läufig“ sind. Sollte sich irgendwo eine „heiße“ Hündin befinden, können Sie sicher sein das Casanova sie findet. Kein Weg ist zu weit. Sie laufen manchmal kilometerweit um die geliebte auf ein Schäferstündchen zu überreden. Hat Amors Pfeil einmal getroffen ist es vorbei mit der häuslichen Ruhe. Sie werden unruhig, winseln, heulen, und in ihrem Liebeskummer verweigern sie sogar manchmal das Fressen.

An jeder Ecke wird „markiert“ um jeden Rüden, und natürlich der Damenwelt wissen zu lassen das man auch hier ist. Begegnen sich zwei Rüden, wird kräftig imponiert um zu zeigen was für ein toller Kerl man doch ist. Bleibt der andere Kerl jedoch völlig unbeeindruckt von der ganzen Prahlerei, kann es schnell zu einem „lautstarken“ Handgemenge kommen, bzw. in einer ernsthaften Rauferei mit schweren Verletzungen enden. Die Akzeptanz unter Rüden ist oft sehr gering, so dass man ständig in Habachtstellung sein muss um evtl. Raufereien zu vermeiden.

Meine Hunde, und alle die ich kenne, waren bzw. sind in ihrer „Geschlechtsgruppe“ manchmal so unterschiedlich wie zweieiige Zwillinge. Hündinnen markieren wie Rüden, lassen keine Gelegenheit aus den anderen Damen, und auch den Herren der Gesellschaft zu zeigen wie toll man ist. Rüden die gar nicht wussten was „Imponieren“ überhaupt ist, und sich lieber den Bauch kraulen lassen anstatt an jeder Ecke zu markieren. Nur anhand des Geschlechts kann man einfach nicht pauschal sagen ob ein Rüde oder eine Hündin besser ist, weil auch immer der Charakter und ein Stück Erziehung zur Entwicklung des Hundes beitragen. Ihr selbst solltet entscheiden mit welchem dieser Übel Ihr leichter umgehen könnt. Und vergesst bitte nicht das alles kann, muss aber nicht so sein.

 

Claudia Schechinger

zertif. HundepsychologinnTR®