Der erste Welpenspaziergang

Den ersten Spaziergang wird Euer neuer Hausgenosse vermutlich erst einmal verweigern, indem er einfach stehen bleibt oder sich hinsetzt, und keinen Millimeter mehr rührt.
Dieses Verhalten ist aber relativ normal für einen Welpen. Die Angst davor, sein neues „Nest“ verlassen zu müssen und auch nicht zu Wissen was ihn da draußen erwartet, lassen ihn erst einmal in Streik treten. Zieht ihn bitte nicht hinter euch her. Am besten Ihr tragt ihn bis das Haus außer Sicht ist und setzen ihn dann wieder ab.

Die meisten Welpen folgen einem dann bereitwillig, denn nun gilt es, den „Anschluss“ nicht zu verlieren.
Sollte er noch etwas zaghaft sein, ruft und lockt den Hundewelpen mit freundlicher Stimme und evtl. Leckerlies. Trottet er dann hinter Euch her, lobt und ermutiget ihn weiter zu laufen.
Der kleine Dreikäsehoch wird vermutlich erst einmal hinter Euch laufen. Hat er aber dann festgestellt, dass so ein Spaziergang richtig Spaß macht, wird sich das ganz schnell ändern. Alles ist auf einmal höchst interessant und muss erst ausgiebig erkundet und beschnüffelt werden. Jede Heuschrecke, jede Fliege sowie jeder Erdhügel und Grashalm wird aufs Genaueste inspiziert. Länger als 20 bis max. 30 Minuten sollten Ihr jedoch die kleinen Pfötchen nicht beanspruchen. Lieber etwas öfter gehen.

Neugierig wie er ist, geht es dem Welpen mit Sicherheit auch nicht schnell genug an sein auserwähltes Ziel zu kommen. Man könnte sagen „er legt sich richtig ins Zeug“. Hundelieb wie Ihr seid, werdet Ihr ihm natürlich auch Brav an der gestreckten Leine hinterherlaufen um ihn seine Neugier stillen zu lassen.
Diesen Fehler sollten Ihr aber bitte nicht machen, denn somit „erzieht“ und animiert Ihr ihn noch mehr an der Leine zu ziehen um noch schneller vorwärts zu kommen. Wenn der Hundewelpe erst einmal gemerkt hat das Ihr ihm überall hin folgt wo er hin zieht, wird er das auch beibehalten. Ist er dann ausgewachsen können Ihr euch getrost „Hundehalter“ nennen, denn genau das tut Ihr dann, den Hund halten. Wenn Ihr allerdings von Anfang an dagegen wirkt, indem Ihr stehen bleibt sobald sich die Leine spannt, und erst wieder weiter geht wenn „klein Rambo“ Euch anschaut und die Leine locker durchhängt, wird der Welpe sehr schnell merken das er mit Ziehen nicht ans Ziel kommt. Ist die Leine locker, lobt Ihr ihn ausgiebig. Ermutigen ihn neben Euch zu laufen. Jedes Mal wenn er an lockerer Leine läuft, egal ob der Hundewelpe das bewusst oder rein zufällig macht, feiern Sie „Party“ mit Lobesgesang und Leckerlies.

Wenn es die Umgebung erlaubt und keine Gefahr durch Straßenverkehr oder ähnliches droht, sollten Ihr dem Welpen natürlich auch freilauf gewähren. Die Gefahr das der Welpe wegläuft ist relativ gering. Normalerweise wird Euch der kleine bereitwillig folgen um Euch nicht „aus den Augen zu verlieren“. Macht euch interessant für die Fellnase, spielen und tobt mit ihm. Schließlich soll er erst gar nicht auf die Idee kommen, sich aus lauter Langeweile selber eine Beschäftigung zu suchen, oder lieber mit den Nachbarskindern mitläuft weil da einfach mehr Spaß angesagt ist.

Claudia Schechinger
zertif. HundepsychologinnTR®